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Cyber-Versicherungen: „Der Brandschutz des 21. Jahrhunderts“

Einkaufen, Banking, Kontaktpflege: Vieles findet heutzutage ganz selbstverständlich im Internet statt. Das kann praktisch sein und Dinge erleichtern, birgt aber auch Gefahren. Denn wie im analogen Leben gibt es auch Online Betrüger und Kriminelle, die darauf aus sind, anderen zu schaden. Bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der Provinzial gab jeder Fünfte an, als Privatperson schon einmal Opfer von Internetkriminalität geworden zu sein. Jedem Dritten ist dabei auch ein finanzieller Schaden entstanden. Für Unternehmen bringt Cyber-Kriminalität besonders große Gefahren mit sich, gegen die sie sich absichern sollten. Wie das genau geht und was sich eigentlich für Gefahren im Netz verbergen, erläutern unsere beiden Experten für Cyber-Versicherungen Stefan Lücke und Georg Heitling.

 

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Was ist Cyber-Kriminalität eigentlich so genau?

 

Stefan Lücke: Dahinter verbirgt sich meistens der unberechtigte Zugriff auf digitale Daten von Hackern oder durch Computerviren oder so genannte Trojaner. Stets mit der kriminellen Absicht, personenbezogene Daten oder Geschäfts- und Betriebsgeheimnisse zu stehlen. Letztendlich deckt der Begriff Cyber-Kriminalität eine große Vielfalt von Straftaten ab. Es ist wichtig, diese Vielzahl an Ausprägungen der Cyber-Kriminalität zu verstehen, da die verschiedenen Arten unterschiedliche Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit Ihres Computers notwendig machen.

 

Was kann passieren? Sowohl aus technischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht.

 

Georg Heitling: Technisch können Viren oder Trojaner durch z. B. als Bewerbung getarnte Mails in das IT-Netzwerk gelangen und dort Daten verschlüsseln oder zum Urheber der Mail weiterleiten. Gegebenenfalls sind alle Daten des Unternehmens beschädigt oder werden unwiderruflich zerstört. Wirtschaftlich kann es in Unternehmen zu falschen Zahlungen kommen, oder zu Produktionsausfällen, da die Arbeit ohne Computer für viele Betriebe heute unmöglich ist.

 

Betrifft das nur große oder auch kleine Firmen?

Stefan Lücke: Es betrifft jede Firmengröße. Die Größe eines Unternehmens spielt dabei keine Rolle, da nicht nur zielgerichtet Angriffe durchgeführt werden, sondern auch Massenmails mit Anhängen verschickt werden, die letztendlich jeden treffen können. Gerade kleine Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung können schnell einen Schaden erleiden. Je größer das Unternehmen allerdings ist, desto höher wird das Risiko der Wirtschaftsspionage.

 

Gab es schon Beispiele aus unserem Geschäftsgebiet?

Georg Heitling: Auch in unserem Geschäftsgebiet kam es bei Kunden schon dazu, dass widerrechtlich Geld erpresst wurde, weil die Daten verschlüsselt oder durch gefakte Rechnungen der Kunde dazu animiert wurde, Geld auf ein nicht berechtigtes Konto zu überweisen. Auch hatten Kunden schon den so genannten BKA-Trojaner auf dem Smartphone, wodurch dieses unbrauchbar gemacht wurde. Viele Kunden, mit denen wir sprechen, berichten davon, dass es auch in ihrem Unternehmen schon Mails gegeben hat, die Ihnen merkwürdig vorkamen.

 

Stefan Lücke: Ein Kunde berichtete mir davon, dass er eine Mail bekommen hat, die einen Teil seiner Daten verschlüsselt hat, weil er beim Öffnen nicht schnell genug den gefälschten Absender erkannt hat. Die Entschlüsselung hat ihn bislang über 6.000 Euro gekostet. Bei einer Druckerei hat sich auch ein Trojaner in das Netzwerk eingenistet. Dadurch konnte die gesamte Produktion eines Anzeigenblattes nicht ausgeliefert werden. Das führte zu einem Ertragsausfall von über 20.000 Euro. Hinzu kamen Kosten in Höhe von ca. 9.000 Euro für die Wiederherstellung der Daten und die IT-Forensik durch den beauftragen Spezialisten, um das System vom Trojaner zu säubern.

 

Georg Heitling: Fakt ist, dass Datenklau lukrativer ist, als der weltweite Drogenhandel. Somit sehen deutsche Firmen die Cyber-Kriminalität aktuell als ihre größte Risikobedrohung an.

 

Gibt es Zahlen, die das belegen?

Stefan Lücke: Zahlen für den Kreis Steinfurt liegen nicht vor. In Deutschland werden jährlich über 75.000 Fälle gemeldet. Der weltweite wirtschaftliche Schaden wird auf 500 Milliarden Euro geschätzt. Das BKA geht in Deutschland von 15 Millionen Taten aus.

 

Wie kann man sich davor schützen?

Georg Heitling: Technisch sollte eine Firewall und ein Virenscanner natürlich vorhanden sein. Des weiteren sollte die Internetnutzung geregelt werden und es sollten Vorgaben für die sichere Passwortvergabe vorhanden sein. Beliebte Passwörter sind immer noch 123456, Passwort oder auch Geburtsdaten. Sicherer sind Passwörter, die sich aus Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen zusammensetzen und mindestens acht oder mehr Zeichen beinhalten.

 

Stefan Lücke: Auch sollte der Server in einem nicht allen zugänglichem Raum aufgestellt werden. Auch ist es hilfreich, wenn nicht jeder Mitarbeiter über USB oder CD-Laufwerke Software oder Daten ins Unternehmens-Netzwerk einspielen kann. Und natürlich ist eine regelmäßige Datensicherung und die Installation von Sicherheitsupdates der Betriebssysteme unumgänglich. Ein Gespräch mit dem IT-Dienstleister oder auch ein bewusster Umgang mit sensiblen Daten sollte bei jedem Mitarbeiter und Unternehmer in die tägliche Arbeit einfließen.

 

Was können Versicherungen leisten?

Georg Heitling: Eine Versicherung gegen Cyber-Kriminalität kann im Schadenfall den finanziellen Schaden ausgleichen der z. B. durch Schadenersatzansprüche von Dritten entsteht oder auch die Erpressungsgelder begleichen. Auch ist ein Ausgleich von widerrechtlichen erlangten Geldern vom Unternehmenskonto durch einen Hackerangriff oder eine so genannte „Man in the Middel“ (Fakepresident)-Attake möglich. Des weiteren kann man mit Unterstützung der Versicherung mit einem IT Dienstleister für die Säuberung des Netzwerkes vom Trojaner oder Virus sorgen und das Netzwerk für die Zukunft sicherer machen.

 

Stefan Lücke: Aufgabe der Versicherung ist es auch, den finanziellen Schaden durch einen Produktionsausfall auszugleichen. Sollte das Unternehmen, das Opfer eines Cyber-Angriffes geworden ist, z. B. Kunden oder Behörden informieren müssen, so kann die Versicherung die Kosten für z. B. ein CallCenter oder einen PR-Manager übernehmen. Die Versicherung kann also zahlreiche durch den Cyber-Angriff verursachte Vermögensschäden für den Betrieb ausgleichen. Die IT-Dienstleister der Versicherungen können aber schon im Vorfeld helfen, Informationen für ein sicheres Netzwerk zu geben. Das ist der Brandschutz des 21. Jahrhunderts.

 

 

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