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Rainer Langkamp zur aktuellen EZB-Zinspolitik: „Die Null ist in Zement gegossen“

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzt ihr Programm zum Kauf von Anleihen fort, halbiert aber das Volumen. Die Leitzinsen bleiben bei null Prozent. Und Finanzinstitute, die Geld bei der EZB parken, müssen weiterhin 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen. Was die aktuellen Entscheidungen der EZB für die Menschen aus dem Kreis Steinfurt aber auch für die Kreditinstitute bedeuten, erläutert Rainer Langkamp im Interview. Er ist Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Steinfurt. Und sagt, wie man auch in diesen Zeiten Renditen erwirtschaften kann.

 

 

Wann können wir mit einer Anhebung des Leitzinses rechnen?

 

Langkamp: Die EZB hat mit ihrer aktuellen Entscheidung festgelegt, dass es für Sparer viele Jahre lang keine Zinsen geben wird. Die Null ist damit in Zement gegossen. Ökonomen rechnen damit, dass die EZB die Zinsen erst ab 2019 wieder langsam anheben wird. Banken zahlen für bei der EZB geparktes Geld nach wie vor Negativzinsen in Höhe von 0,4  Prozent. Es wird noch viele Jahre dauern, bis nach mehreren Zinsanhebungen durch die EZB das Zinsniveau wieder positiv ist. Und damit Sparer wieder Zinserträge erzielen können.

 

Was bedeutet das historische Zinsniveau denn eigentlich für den normalen Sparer?

 

Langkamp: Die Auswirkungen für alle, die Geld anlegen, sind tragisch und auch nicht in unserem Sinne. Denn Sparer bekommen zum einen keine Zinserträge. Zum anderen wird das Sparvermögen zusätzlich mit Blick auf die aktuelle Inflationsrate zwischen 1,5 und 2,0 Prozent faktisch entwertet. Damit werden Geldvermögen auf den Sparkonten unserer Kunden vernichtet.

 

Also macht Sparen überhaupt noch Sinn?

 

Langkamp: Generell ist es wichtig, überhaupt Geld zu sparen. Ob als Altersvorsorge, für den Kauf einer Immobilie und für andere Anschaffungen oder Modernisierungen. Wer aber gewinnbringend Geld anlegen will, muss umdenken. Da bringt das klassische Sparbuch bei der anhaltenden Nullzinspolitik der EZB in der Tat nichts. Alternativen sind Wertpapiere und Investmentfonds. Viele Anleger haben das bereits für sich erkannt. Das zeigen auch unsere aktuellen Zahlen. So sind die Wertpapierkäufe im Vergleich zum Vorjahr bei uns im Hause um 63 Prozent gestiegen.

 

Wie wirkt sich die Nullzinsphase denn generell auf Banken und Sparkassen aus?

 

Langkamp: Wir bekommen die Folgen schon seit einigen Jahren deutlich zu spüren. Und zukünftig werden uns die Auswirkungen noch deutlich stärker herausfordern. Denn der Rückgang der Zinserträge wirkt sich enorm auf die Ertragssituation von Kreditinstituten aus. Das ist ein großer Druck, der durch die starke Bankenregulierung noch befeuert wird. Die fehlenden Erträge fangen wir aktuell noch durch unser stark wachsendes Kundengeschäft wieder auf. Gleichzeitig setzen wir  Maßnahmen zur Kostensenkung konsequent um. Die nächsten Jahre werden nicht einfach. Aber mit sehr hohem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir uns gut für die Zukunft gerüstet.

 

 

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