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Das Praktikum als Start in ein neues Leben

Es sind nur drei Monate. Doch für Hussein Alhasan sind diese drei Monate ein großer Schritt in ein neues Leben. Der 21-Jährige macht seit Anfang Februar ein Praktikum bei der Kreissparkasse Steinfurt. Eigentlich nichts Besonderes für einen jungen Mann. Doch nach seiner Flucht von Syrien nach Deutschland ist das Husseins ganz große Chance. Und die nutzt er mit vollem Einsatz. Denn Durchhaltewillen hat der Syrer schon während seiner monatelangen Flucht bewiesen.

Raus aus dem Krieg

 

Hussein stammt aus Damaskus, wo er zusammen mit seinen Eltern und seinen drei jüngeren Brüdern ein gutes Leben führte. Sein Vater Marwan war Anwalt, Hussein  machte ein Studium zum Bankkaufmann. Doch dann kam der Krieg, der das Leben seiner Familie komplett veränderte. Angst und Schrecken bestimmten den Alltag. Hussein hätte zum Militär gemusst. Zwangsrekrutierung. Mit der unausweichlichen Folge, im Krieg kämpfen zu müssen.

„Wir sind froh und dankbar und fühlen uns sicher“

 

Aus diesem Grund flüchtete der 21-Jährige mit seinem Vater. Sein Weg führte über den Libanon und die Türkei und versteckt auf einem Schiff weiter nach Italien und Österreich. Von dort aus ging es mit einem Schleuser weiter in Richtung Deutschland. Zwei Mal wurden sie an den Landesgrenzen zurückgeschickt. Doch irgendwann im Jahr 2015 gelang ihnen die Einreise. Passau, München, Dortmund, Hamm, Königswinter und zuletzt Steinfurt zählten zu seinen Stationen. „Wir haben teilweise mit zwölf Männern in einem Zimmer gewohnt. Da sind viele Kulturen aufeinander geprallt, das führte immer wieder zu Problemen“, sagt Hussein. Letztendlich hatte er mit seinem Vater großes Glück und konnte in Burgsteinfurt in der Wohnung von Christa Koester unterkommen. „Wir sind froh und dankbar und fühlen uns sehr willkommen und sicher.“

 

Anfangs gab es keine Perspektive

 

Insgesamt haben die beiden viel Hilfe bekommen. „Es ist toll, wie viele Menschen uns unterstützt haben“, sagt Hussein sichtlich gerührt. Und er ergänzt: „Wir hatten anfangs gar keine Perspektive.“ Doch die hat sich für den Syrer schlagartig geändert. Denn eigentlich wollte er nur ein Konto in der Sparkasse in Borghorst eröffnen. Das Ergebnis: Das dreimonatige Praktikum. Beraten wurde er damals von Monika Potthoff, die direkt mit Hussein ins Gespräch kam. „Ich habe gemerkt, wie motiviert er ist. Er wollte unbedingt etwas machen“, sagt die Beraterin aus der Filiale Kroosgang. Schnell kam ihr die Idee, dem jungen Mann ein Praktikum bei der Kreissparkasse vorzuschlagen. „Der Weg dahin war ziemlich kompliziert. Unsere Personal-Kollegen hatten mit vielen  Ämtern und jeder Menge Bürokratie zu tun. Aber letztendlich lief alles Hand in Hand“, schildert Monika Potthoff den Ablauf. Und dann war es am 1. Februar soweit. Husseins erster Tag bei der Kreissparkasse.

Morgens Sprachkursus, nachmittags Praktikum

 

„Ich war anfangs ziemlich überfordert, alles war neu. Im Vergleich zum Bankensystem in Syrien ist hier alles komplizierter. Aber ich will das alles lernen und verstehen“, sagt er selbstbewusst. Morgens macht er einen Sprachkursus, nachmittags steht sein Praktikum in der Filiale am Kroosgang auf dem Programm. Er schaut den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am Schalter über die Schulter, hilft bei Buchungen an den Selbstbedienungsautomaten und erklärt besonders auch anderen ausländischen Mitbürgern die Funktionen der Sparkassen-Apps. Damit auch die selbstständig ihre Finanzgeschäfte erledigen können. „Hussein ist eine große Bereicherung für uns“, sagt Monika Potthoff, die den Praktikanten bei seinen neuen Aufgaben begleitet. „Er kann uns bei vielen sprachlichen Problemen helfen, da er Arabisch, Kurdisch, Englisch und Deutsch spricht. Und er hat einfach viel Freude.“  Sicherlich auch ein Grund dafür, warum ihn alle Kunden sehr interessiert und freundlich willkommen heißen.

Großer Wunsch: Die Familie nach Deutschland holen

 

Nach dem Praktikum möchte Hussein gerne eine Ausbildung zum Bankkaufmann machen. Ein großer Wunsch. Aber nicht sein größter. „Ich möchte meine Mutter und meine Brüder nach Deutschland holen. Wir haben nur ganz selten Kontakt. Das ist sehr hart für uns alle“. Vielleicht ist das Praktikum ein weiterer Schritt auf diesem Weg…

 

 

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Kommentare


Steffi Pabst schreibt am 10.03.2017 um 10:49 Uhr:

Ich finde, dass das eine ganz tolles Engagement ist. Sowohl von Hussein, als auch von der Kreissparkasse. Ich wünsche mir mehr Betriebe, die diesem Beispiel folgen.